MIT LIEBE GEBACKEN
„Du hast es wirklich drauf, mit wenigen Worten alles zu sagen.“
„Merci ;)“
* * *
würfel ins rollen gebracht
du gewinnst garantiert
eine geschichte
* * *
du siehst den duft meiner worte
deine liebe schmeckt nach brombeeren
aus omas altem garten
riecht nach erdnussbutter
salzig und anders
sieht wie die wolken aus,
die nach schlagsahne erinnern
deine liebe klingt wie der wind
in den baumkronen
an einem frühlingsnachmittag
fühlt sich wie der sommerregen
auf nackter haut an
deine liebe ist das letzte blatt,
das von einem baum fällt
in herbstlichem wald
an deiner liebe wärme ich im winter
meine glieder
deine liebe ist wie ein frisch gepresster
orangensaft
deine liebe ist
in meinen liedern
* * *
deine worte
ziehen mich runter
vom podest
der einsamkeit
* * *
deinetwegen
ist es nicht
da es kein „wegen“
und kein „dich“ gibt
…
in uns
das Meer
das Meer
sind wir
es (um)kreist alles
und alles fließt
* * *
ich drehe mich um
um zu sagen
hey
du musst keine pirouetten
vollführen
er ist bereits eingetaucht
und atmet durch den traum
* * *
die sanduhr auf die seite gelegt
die illusion angehalten
ein achter im lotto
(zeit ist raum
gestohlener traum)
* * *
himmel und erde
aufgespannt dazwischen
äolsharfen
* * *
i’ve got an old soul
but i’m not that old at all
i’m experienced
in daydreaming
i’m an expert
at sightseeing
i never quit
i just move on
* * *
freezing rain
remembrance of a flight
not long ago
wet wings
* * *
my words
made you
believe
my heart
was like Pandora’s box
you didn’t dare
to open
***
one should go on
they say
yet my heart doesn’t know where to lead me
it’s lost its compass
without you and the smile of your eyes
in the labyrinth of thoughts
and the fog of memories
snow falls
once again
i’ve stopped counting
it’s too cold
and i still hope
it’s coldest just before dawn
Winterschlaf
Hast Du auch Winterblues?
Dann hast Du auch ein Herz.
Und wo Schmerz ist,
schläft die Freude nur.
* * *
Nur Wachstum schenkt einen Sinn den Geburtsschmerzen der Erfahrung.
* * *
words
falling
like petals
on a rainy afternoon
and a heart
aching
for the sunbeams
bursting
through the raindrops
in the aftermath
Flu(ch)t
Wenn ich vor Dir fliehe, dann nur zu einem Du, das ich anflehe, vor mir nicht zu fliehen.
* * *
I fell in love
with your ways
of seeing the wor(l)d(s)
* * *
”If you were a book, …“
I am not a book, I am a library.
* * *
dancing in the kitchen
spinning on the floor
I am trembling on word-ropes
thinking in flavors
cooking poetry and
swallowing galaxies
making love to memories
of an entanglement
long time ago
A lovely un-couple
He has deep feelings, which he carefully and with great pain keeps in check, so that he can function.
Because he has a real world around him.
Obligations, deadlines and bills, students and colleagues, papers his and others’, friends and enemies.
He has to read, judge and write, be composed, competent and reliable, steady, patient and smiling…
Feelings make him alive.
The heart is beating, thoughts are firing, senses awakening, the soul is trembling…
But feelings are a threat.
Feelings tear dams and defenses down, feelings suffocate, feelings confuse, hurt and scare.
He wants them, he needs them like the air that he breaths, but he must function, and that seems incompatible.
And where to go with them, when she’s not there…
He doesn’t like to be vulnerable, because life is brutal.
*
She has deep feelings, which also know how to hurt deeply, but she doesn’t fear them, because she knows that she’s strong.
She has a real world around her.
Obligations, deadlines and bills, colleagues, chefs and clients, projects and plans, friends and enemies.
She has to design, write and photograph, be composed, competent and reliable, steady, patient and smiling…
Feelings make her alive.
The heart is beating, thoughts are firing, senses awakening, the soul is trembling…
But feelings are dangerous.
Feelings choke, feelings hurt when they stay unanswered, when the only answer to her questions are coldness and silence, cynicism and bitterness, when she can’t open her soul, or gets punished for doing so.
She wants them, she doesn’t need them.
She wants deep conversations, vulnerability, true intimacy, and meaningful connection(s) with the Chosen One(s).
She needs freedom like the air that she breaths.
She wants someone who she doesn’t need to run away from, but someone who is ready to meet the fingers she stretches into infinity.
She chooses to be vulnerable, precisely because the world is harsh.
última
tus palabras
goteando de tus labios
tienen el sabor
de tus besos
recuerdo
un año de amor
por última vez
2 a quiet place
„wie geht es Dir?“
sie antwortete nicht.
wie es ihr ging …?
auf dem Weg zurück, das Licht der Straßenlaterne durch die letzten Blätter schimmert wie durch jene Vorhänge aus Perlen, die Luft tanzt, bereits die zweiten Schneeflocken diesen Winter treten aus dem dunklen Himmel hervor, sie ist mitgenommen, sie hat wieder mal ihren Fotoapparat nicht mitgenommen, umso besser, mentale Bilder vergilben nicht, nicht ihre, hach, die Szene war goldfarben, goldwert, strahlend, sie, heute Morgen im Zug, sein Lächeln, sie wird es nicht vergessen, das danach auch nicht, die dritte Spur wie eine Schwelle zum Paradies heute, sie blinzelt, zittert, a trembling threshold, t, wie tea, Tee, thé oder tej, sie kann ihn immer noch riechen, hey, die Schneeflocken schmelzen auf ihren Wimpern …
der Schal, welcher jetzt das Dunkel ihres Zimmers wärmt, ist daran schuld, dass sich ihre Kehle zusammenschnürt …
wie es ihr geht …
…
zugeschneit.
sie ist okay.
umkreist
von Tee
Honig-Vanille
Zimt-Pflaume
von Pfirsichen
und Schokolade
Mandel-Orange
von Musik
Kaffee
Farben
und Pinseln
für Kalligrafie …
eingedeckt.
es ist okay.
ein Buch und ein Buch, wir liegen gut in der Hand, wir lesen uns gegenseitig, öffnen uns mit den Blicken, folgen mit den Fingern den Rundungen jedes Buchstabens, gleiten über die Seiten, buchstabieren mit den Lippen, inhalieren den Inhalt, millimeterweise reisen wir Meilen in die Ferne, blättern zurück, in die Geschichten eingetaucht, addicted, Tausendundein Mal, (nur) vollkommen ergeben, hingegeben, saugen wir alles auf (wir wissen es) … we, lunatics, mit der Himmelsarche segeln wir fantastisch auf den Wellen der Phantasie, und wenn wir krank werden sollten, dann nur von den Federspuren auf dem Rücken …
hingeschmolzen.
besser geht‘s nicht.
„I saw a dream last night
bright like a falling star …“
(Terry Callier – Dancing Girl)
she’s in too deep.
The Cinematic Orchestra – Breathe
…
mar adentro
drowned in your voice
the moon is also rising
above the sea within
(s)lay(ers)
unter all den schichten
(un)möglicher geschichten
wacht tief vergraben
der quell aller balladen
mein pulsierendes herz
Die gelockerte Schraube
Es war mal eine kleine Schraube,
grau wie ihre Freundin Taube,
und Trauer war ihre Haube.
„Süße kleine Schraube“, fragte die Taube,
„Wenn ich’s richtig deute,
warum bist Du traurig heute?“
„Es ist wegen der Leute!
Mal werd ich nach links, mal nach rechts gedreht,
bis keiner weiß, woher der Wind weht,
und einfach nichts mehr geht.“
„Schraub Deine Erwartungen an Menschis runter,
dann wirst Du gleich wieder munter
und Deine Welt um Einiges bunter!“
Die Kleine meinte: „Oh, wie nett!
Das macht das Ganze wieder wett.“
und machte einen Freudensprung im Brett.
„Du hast Recht, sie sind nur Marionetten.
Ich mache zumindest Pirouetten!
Genau das wird meine Welt retten.“
Nun strahlte sie wie kein zweiter
und drehte sich fröhlich weiter,
fleißig und heiter.
Leben
das leben ist
teuer
ein abenteuer
*
das leben ist
ein geschenk,
für das man hart
werden arbeiten muss
*
das leben ist
ein geschenk,
das man mit anderen
teilen muss will
*
das leben ist
ein geschenk,
für das man teuer
bezahlen muss
*
das leben
ist ein geschenk,
das man sich
jeden tag
selbst schenken muss
* * *
wenn
ich
stillhalte
blüht
die welt
auf