Ana Madic

MIT LIEBE GEBACKEN

„Du hast es wirklich drauf, mit wenigen Worten alles zu sagen.“
„Merci ;)“

* * *

würfel ins rollen gebracht


du gewinnst garantiert


eine geschichte

* * *

du siehst den duft meiner worte


deine liebe schmeckt nach brombeeren


aus omas altem garten


riecht nach erdnussbutter


salzig und anders


sieht wie die wolken aus,


die nach schlagsahne erinnern


deine liebe klingt wie der wind


in den baumkronen


an einem frühlingsnachmittag


fühlt sich wie der sommerregen


auf nackter haut an


deine liebe ist das letzte blatt,


das von einem baum fällt


in herbstlichem wald


an deiner liebe wärme ich im winter


meine glieder


deine liebe ist wie ein frisch gepresster


orangensaft


deine liebe ist


in meinen liedern

 

* * *

deine worte


ziehen mich runter


vom podest


der einsamkeit

* * *

deinetwegen


ist es nicht


da es kein „wegen“


und kein „dich“ gibt


…


in uns


das Meer


das Meer


sind wir


es (um)kreist alles


und alles fließt

 

* * *

ich drehe mich um


um zu sagen


hey


du musst keine pirouetten


vollführen


er ist bereits eingetaucht


und atmet durch den traum

* * *

die sanduhr auf die seite gelegt

die illusion angehalten

ein achter im lotto
 

(zeit ist raum

gestohlener traum)

 

* * *

himmel und erde


aufgespannt dazwischen


äolsharfen

 

* * *

i’ve got an old soul


but i’m not that old at all


i’m experienced


in daydreaming


i’m an expert


at sightseeing


i never quit


i just move on

 

* * *

freezing rain


remembrance of a flight

not long ago


wet wings

* * *

my words


made you


believe


my heart


was like Pandora’s box


you didn’t dare


to open

***

one should go on

they say

yet my heart doesn’t know where to lead me

it’s lost its compass

without you and the smile of your eyes

in the labyrinth of thoughts

and the fog of memories

snow falls

once again

i’ve stopped counting

it’s too cold

and i still hope

it’s coldest just before dawn

Winterschlaf


Hast Du auch Winterblues?
Dann hast Du auch ein Herz.

Und wo Schmerz ist,
schläft die Freude nur.

* * *

Nur Wachstum schenkt einen Sinn den Geburtsschmerzen der Erfahrung.

 

* * *

words

falling

like petals

on a rainy afternoon

and a heart

aching

for the sunbeams

bursting

through the raindrops

in the aftermath

Flu(ch)t

Wenn ich vor Dir fliehe, dann nur zu einem Du, das ich anflehe, vor mir nicht zu fliehen.

* * * 

I fell in love

with your ways

of seeing the wor(l)d(s)

* * *

”If you were a book, …“

I am not a book, I am a library.

* * *

dancing in the kitchen

spinning on the floor

I am trembling on word-ropes

thinking in flavors

cooking poetry and

swallowing galaxies

making love to memories

of an entanglement

long time ago

A lovely un-couple


He has deep feelings, which he carefully and with great pain keeps in check, so that he can function.

Because he has a real world around him.

Obligations, deadlines and bills, students and colleagues, papers his and others’, friends and enemies.

He has to read, judge and write, be composed, competent and reliable, steady, patient and smiling…

Feelings make him alive.

The heart is beating, thoughts are firing, senses awakening, the soul is trembling…

But feelings are a threat.

Feelings tear dams and defenses down, feelings suffocate, feelings confuse, hurt and scare.

He wants them, he needs them like the air that he breaths, but he must function, and that seems incompatible.

And where to go with them, when she’s not there…

He doesn’t like to be vulnerable, because life is brutal.

*

She has deep feelings, which also know how to hurt deeply, but she doesn’t fear them, because she knows that she’s strong.

She has a real world around her.

Obligations, deadlines and bills, colleagues, chefs and clients, projects and plans, friends and enemies.

She has to design, write and photograph, be composed, competent and reliable, steady, patient and smiling…

Feelings make her alive.

The heart is beating, thoughts are firing, senses awakening, the soul is trembling…

But feelings are dangerous.

Feelings choke, feelings hurt when they stay unanswered, when the only answer to her questions are coldness and silence, cynicism and bitterness, when she can’t open her soul, or gets punished for doing so.

She wants them, she doesn’t need them.

She wants deep conversations, vulnerability, true intimacy, and meaningful connection(s) with the Chosen One(s).

She needs freedom like the air that she breaths.

She wants someone who she doesn’t need to run away from, but someone who is ready to meet the fingers she stretches into infinity.

She chooses to be vulnerable, precisely because the world is harsh.

última


tus palabras

goteando de tus labios

tienen el sabor

de tus besos

recuerdo

un año de amor

por última vez

2 a quiet place
 
 
„wie geht es Dir?“
 
sie antwortete nicht.
 
wie es ihr ging …?
 
auf dem Weg zurück, das Licht der Straßenlaterne durch die letzten Blätter schimmert wie durch jene Vorhänge aus Perlen, die Luft tanzt, bereits die zweiten Schneeflocken diesen Winter treten aus dem dunklen Himmel hervor, sie ist mitgenommen, sie hat wieder mal ihren Fotoapparat nicht mitgenommen, umso besser, mentale Bilder vergilben nicht, nicht ihre, hach, die Szene war goldfarben, goldwert, strahlend, sie, heute Morgen im Zug, sein Lächeln, sie wird es nicht vergessen, das danach auch nicht, die dritte Spur wie eine Schwelle zum Paradies heute, sie blinzelt, zittert, a trembling threshold, t, wie tea, Tee, thé oder tej, sie kann ihn immer noch riechen, hey, die Schneeflocken schmelzen auf ihren Wimpern …
 
der Schal, welcher jetzt das Dunkel ihres Zimmers wärmt, ist daran schuld, dass sich ihre Kehle zusammenschnürt …
 
wie es ihr geht …
 

 
zugeschneit.
 
sie ist okay.
 
umkreist
von Tee
Honig-Vanille
Zimt-Pflaume
von Pfirsichen
und Schokolade
Mandel-Orange
von Musik
Kaffee
Farben
und Pinseln
für Kalligrafie …
 
eingedeckt.
 
es ist okay.
 
ein Buch und ein Buch, wir liegen gut in der Hand, wir lesen uns gegenseitig, öffnen uns mit den Blicken, folgen mit den Fingern den Rundungen jedes Buchstabens, gleiten über die Seiten, buchstabieren mit den Lippen, inhalieren den Inhalt, millimeterweise reisen wir Meilen in die Ferne, blättern zurück, in die Geschichten eingetaucht, addicted, Tausendundein Mal, (nur) vollkommen ergeben, hingegeben, saugen wir alles auf (wir wissen es) … we, lunatics, mit der Himmelsarche segeln wir fantastisch auf den Wellen der Phantasie, und wenn wir krank werden sollten, dann nur von den Federspuren auf dem Rücken …
 
hingeschmolzen.
 
besser geht‘s nicht.
 
„I saw a dream last night
bright like a falling star …“
 
(Terry Callier – Dancing Girl)
 
she’s in too deep.
 
The Cinematic Orchestra – Breathe
 
… 

mar adentro


drowned in your voice

the moon is also rising

above the sea within

(s)lay(ers)

unter all den schichten


(un)möglicher geschichten


wacht tief vergraben


der quell aller balladen


mein pulsierendes herz

Die gelockerte Schraube


Es war mal eine kleine Schraube,
grau wie ihre Freundin Taube,
und Trauer war ihre Haube.

„Süße kleine Schraube“, fragte die Taube,
„Wenn ich’s richtig deute,
warum bist Du traurig heute?“

„Es ist wegen der Leute!

Mal werd ich nach links, mal nach rechts gedreht,
bis keiner weiß, woher der Wind weht,
und einfach nichts mehr geht.“

„Schraub Deine Erwartungen an Menschis runter,
dann wirst Du gleich wieder munter
und Deine Welt um Einiges bunter!“

Die Kleine meinte: „Oh, wie nett!
Das macht das Ganze wieder wett.“
und machte einen Freudensprung im Brett.

„Du hast Recht, sie sind nur Marionetten.
Ich mache zumindest Pirouetten!
Genau das wird meine Welt retten.“

Nun strahlte sie wie kein zweiter
und drehte sich fröhlich weiter,
fleißig und heiter.

Leben


das leben ist

teuer

ein abenteuer

*

das leben ist

ein geschenk,

für das man hart

werden arbeiten muss

*

das leben ist

ein geschenk,

das man mit anderen

teilen muss will

*

das leben ist

ein geschenk,

für das man teuer

bezahlen muss

*

das leben

ist ein geschenk,

das man sich

jeden tag

selbst schenken muss

* * *

wenn

ich

stillhalte

blüht

die welt

auf